11. Oktober 2011 – Allgemeine Zeitung Uelzen
Glaubwürdig und mit Glanz
Abschluss des Projekts Elias: Mendelssohns Oratorium in voll besetzter St.-Marien-Kirche
Von Barbara Kaiser
Uelzen. Wohl selten hat man Erik Matz so extrem konzentriert und angespannt dirigieren sehen. Der Kantor hatte aber auch noch nie solch ein großes Ensemble zusammengebracht und zusammengeschweißt, um seine ehrgeizigen musikalischen Ziele verwirklichen zu können. Am Sonntag setzte die Aufführung des Elias-Oratoriums von Felix Mendelssohn-Bartholdy den Höhepunkt, den Schlusspunkt, den Paukenschlag unter ein Projekt, das sich über Wochen dem alttestamentarischen Propheten gewidmet hatte.
Die St.-Marien-Kantorei Uelzen, das Hugo-Distler-Ensemble Lüneburg, die Hamburger Camerata als instrumentaler Begleiter und die Solisten Jacqueline Treichler (Sopran), Elisabeth Graf (Alt), Andreas Post (Tenor), Stefan Adam (Bariton) sorgten dafür, dass man sich vokale Überwältigung souveräner nicht zu denken vermochte.
Mit Gestaltungswillen und klug eingeteilten Kräften, wohllautend in jeder Note und in stimmlicher Noblesse, warfen sich alle für diesen musikalischen Erfolg ins Zeug. Matz stand sich in unglaublichen 150 Minuten, zweieinhalb Stunden Konzert ohne Pause, an keiner Stelle selbst im Weg, führte mit fürsorglichen Einsätzen einen Klangkörper voller Glanz und forderte von seinen Sängern höchsten Einsatz. Dass alle diesen Marathon tadellos durchstanden, verdient höchste Anerkennung und bekam am Ende langen rauschenden Beifall.